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Digitalen Überallfernseh-Stream DVB-T auf DVD brennen

Seit Mitte des Jahres 2004 verfüge ich nun auch über eine DVB-T Set-Top-Box. Ungefähr zeitgleich wurde nämlich hier im Rheinland die Ausstrahlung von digitalem "Überall-Fernsehen" eingeführt.

Um einen erweiterten Nutzen davon zu haben, habe ich mir direkt eine Set-Top-Box von Hauppauge beschafft: DEC 2000-T. Diese kann einerseits per SCART an den Fernseher o.ä. angeschlossen werden, verfügt aber andererseits auch über die Möglichkeit, via USB-Kabel mit dem Rechner verbunden zu werden. Also kann ich nun das digital eingespeiste Signal direkt auf meine Festplatte speichern. (Dies hat u.a. ggü. analogen TV-Aufnahme-Varianten den Vorteil, daß die Daten in der Ausstrahlungsqualität meinen Rechner erreichen - die analog-nach-digital-kodierten Dateien sind um ein Vielfaches größer, da das Rauschen der Bilder dort mitkodiert werden muß...)

Leider stellt es eine mittelgroße Hürde dar, die durch das Aufnahme-Programm erzeugten MPEG-Dateien bspw. auf eine DVD zu brennen. Das liegt u.a. daran, daß die Dateien nicht wirklich MPEG-konform sind (irgendwelche GOPs o.ä. sind zu lang oder so... *g*). Also muß man vorher noch ein paar Schritte mit den Dateien durchführen, damit man sie fertig auf der DVD hat.

Diese Schritte will ich in den folgenden Absätzen beschreiben - da ich lange herumprobiert habe, um es dann tatsächlich herauszufinden, wie und warum es funktioniert - bzw. früher nicht so funktionierte, wie ich es mir vorgestellt hatte.

1. Aufnahme

Hierfür benutze ich "ganz konventionell" die von Hauppauge mitgelieferte Software. Da es für DVB-T noch(?) keinen vergleichbaren Service wie VPS gibt, wo auch Verschiebungen von Sendungen berücksichtigt werden können, ist natürlich zu empfehlen, Start und Ende der Aufnahmezeit (je nach Sender) mind. 10 Minuten vor- oder zurückzuverlegen.

Da diese über den Windows-Sheduler-Dienst Sendungen aufzeichnet, kann man gar den Rechner aus dem Ruhezustand automagisch hochfahren lassen, um nicht den Computer lange Zeit eingeschaltet lassen zu müssen. Auch das Herunterfahren nach der Aufnahme funktioniert, indem man den Ruhezustand aktiviert und nach bspw. 10 Minuten "Inaktivität" den Rechner herunterfahren läßt.

1.1 Aufnahme bei ausgeschaltetem Rechner

Screenshot Windows-TaskplanerUm den Rechner in Verbindung mit der DVB-T-Hardware als vollwertigen Videorekorder nutzen zu können, will man ja nicht 24 Stunden am Tag den Rechner eingeschlaltet lassen. Da die Hauppauge-Software zeitgesteuerte Aufnahmen per Windows-Sheduler-Dienst realisiert, kann man hier also auch den Rechner aus dem 'Ruhezustand' erwecken lassen und dann startet die Aufnahme. Soweit sogut - aber...

... bei mir gibt es da ein Problem: Bootet der Rechner aus dem Ruhezustand, so sind zu dem Zeitpunkt, an dem die Software startet und Verbindung mit der DEC-Hardware aufnimmt, die Treiber wohl noch nicht vollständig geladen, so daß die Software nicht erfolgreich startet. Aber - ich hatte dann doch noch eine Idee, wie ich dieses Problem umgehen kann: ich habe mir einen Task entworfen, der bspw. die Windows-Kommandozeile startet (CMD.EXE). Hierbei setze ich auf einer der Registerseiten des Task-Planers das Häckchen (s.Bild rechts), daß der Rechner ggf. auch gestartet werden soll, um den Befehl auszuführen.
Plane ich nun also eine TV-Aufnahme, so stelle ich die Startzeit dieses Task zwei Minuten vor Aufnahmebeginn. Also ist der Rechner in dem Moment, in dem die Aufnahme starten soll schon "fertig gestartet" (mit allen Treibern etc.) - und das Hauppauge-Programm kann nun ohne Probleme mit der Hardwareerkennung o.ä. beginnen... Dabei ist natürlich auch darauf zu achten, daß der Rechner beim vorherigen Herunterfahren mit der Option "Ruhezustand" ausgeschlatet wird - sonst geht's nicht... :-/

(Ich könnte mir vorstellen, daß man den Trick mit dem Task, der den Rechner startet auch für andere Systeme nutzen kann, bei denen das Booten aus dem Ruhezustand nicht in der Form unterstützt wird...)

(Hierzu auch noch ein (von mir bisher ungetesteter) Hinweis von Sebastian O. aus Berlin: Für die Stromsparer unter uns kann man eine Option des BIOS der meisten neueren Rechner nutzen, die über einen "Alarmtimer" das Booten des ausgeschalteten Rechners ermöglichen. Diesen Timer kann man (bspw. durch das Programm cmostimer) auf einen geringen Zeitraum vor dem eigentlichen Aufnahmebeginn einstellen.)

2. De-Muxxen

Da die Dateien, die die Hauppauge-Software aufzeichnet nicht wirklich MPEG-konform sind, haben viele Programme Probleme, die Dateien nachträglich zu bearbeiten (bspw. Werbung herausschneiden und/oder Anfang und Ende setzen...). Dies liegt übrigens nicht an der "schlechten Software", sondern daran, daß der DVB-T-MPEG-Stream leider oben genannte Schwäche aufweist. Um die Dateien editierbar zu machen, kann man mit einem Programm die Ton- und die Video-Spur trennen (dabei werden auch direkt weitere MPEG-Inkompatibilitäten behoben) - das nennt man De-muxxen.

Ich benutze dafür das Programm PVAstrumento. (download bspw. hier)

3. Schneiden

Um, wie oben beschrieben, die Aufnahmen nachzuberabeiten kann man die durch das de-muxxen erzeugten Dateien in ein Bearbeitungsprogramm laden.

Dafür benutze ich das Programm Cuttermaran (download bspw. hier). Hiermit kann man Schnittpunkte für Film-Beginn und Ende oder Werbung setzen und diese zu einer Schnitliste hinzufügen. Danach wird der Schnittvorgang gestartet. Das Ergebnis sind wieder zwei neue Dateien, die standardmäßig die Zeichenfolge "_cut" an den Dateinamen angehängt haben.

Da bspw. die o.g. Software von Hauppauge bei langen Aufnahmen die MPEG-Dateien maximal 2 GB groß werden läßt, kann das Problem entstehen, daß der eigentliche Film oder der Teil, den man weiterverarbeiten möchte, gesplittet ist. Indem man zuerst von der ersten Datei die Schnitte erzeugt und dann "direkt" den nächsten Teil öffnet und darauf Schnitte in die Schnittliste einfügt, kann man den gewünschten Teil wieder in eine Datei zusammenfügen/ausgeben lassen. So kann auch aus mehreren gesplitteten MPEGs wieder eine Datei werden.

3.1 (ggf.) Muxxen

Hierfür habe ich mittlerweile auch ein Tool gefunden, welches die Video- und Audio-Spuren einer Aufnahme wieder zusammen-"muxxt": XMuxxer. So kann man die geschinttenen Filme auch "von der Festplatte" gucken, oder ggf. mit weiteren Tools, die MPEG "verstehen" nachbearbeiten. Zur weiteren Arichivierung der Filme, bei der die Aufnahme-Qualität nicht essentiell ist, kann man nun auch Programme nutzen, die bspw. den DivX-Codec auf die Daten anwenden, und so bei gutem Ergebnis voel Speicherplatz sparen (so dass die Filme ggf. gar auf eine CD passen).

4. DVD authoren (Menüs etc. vorbereiten...)

Um aus dem oder den nun ferrtig geschnittenen Film(en) eine DVD zu erstellen, verwende ich das Authoring-Programm DVD-lab (Shareware - download bspw. hier). Die zuvor erstellten Video- und Audio-Dateien müssen dafür in das Programm 'importiert' werden. Nun können über "neue" Menüs und "neue" Filme die Dateien in eine DVD-Menü-Struktur eingebunden werden, so daß man recht einfach eine Navigation für den folgenden DVD-Genuß herstellen kann...

4.1 DVD Größe "anpassen"

Nun kann es aber leider auch passieren, dass die gewünschten Filme nicht ganz auf eine DVD passen. Das ist mir bspw. passiert, als ich die Teile eines 3-Teilers auf eine DVD brennen wollte - ich hatte 100 MB zu viel...

Aber auch hier gibt es Abhilfe. Ein Programm (DVD Shrink), mit dem man auch Images einer DVD auf die Festplatte ziehen kann, erlaubt es, direkt in einem Schwung die Daten der DVD auf eine Maximalgröße zu beschränken. Genauso kann man auch eine "selbst gemixte DVD" einlesen - und neu umrechnen lassen. So passen dann auch noch größere Filme auf eine DVD...

5. DVD brennen

Durch das o.g. DVD-Authoring-Programm werden Dateien/Verzeichnisse in einem Zielverzeichnis erstellt, die man einfach mit einem Brenn-Programm (z.B. Nero Burning Rom (Shareware - download bspw. hier)) auf eine DVD schreiben kann.

 

Tipps und Tricks

  • Dateien, die bei der Aufnahme durch das Programm automatisch in max. 2GB große Dateien gesplittet wurden, bearbeite ich erstmal getrennt. Erst beim DVD-authoren nehme ich einfach die beiden Filme und verknüpfe einen Teil mit dem darauf folgendem Teil. Beim Gucken der DVD fällt das nicht auf... (s. dazu aber auch den letzten Absatz in dem Absatz, zum Schnitt von ge-de-muxxten MPEG-Dateien!)
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So - ich hoffe, mit diesen Zeilen den doch gar nicht so steinigen Weg in das Brennen von Sendungen auf die eigene DVD, die man aus dem DVB-T-"Netz" augenommen hat, ein wenig geebnet zu haben...


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letzte Änderung: 31.Mar 2005

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